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Protest gegen IKIG: Informationsveranstaltung in Zorbau - Offener Brief an Ministerpräsident Haseloff


Am Freitag, den 22. November 2024, fand in der Friedenseiche in Zorbau eine hochkarätig besetzte und gut besuchte Informationsveranstaltung statt.



Organisiert von Vertretern der Bürgerinitiative Burgenlandkreis "KeinBodenFürsIKIG", des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sowie den NaturFreunden Sachsen-Anhalt, stand die Veranstaltung im Zeichen des Widerstands gegen das geplante Interkommunale Industrie- und Gewerbegebiet (IKIG). Trotz der Brisanz des Themas fehlten viele Entscheidungsträger der Stadt- und Ortschaftsräte, die zwar eingeladen waren, der Veranstaltung jedoch fernblieben.



Einflussnahme des Landrats?

Vermutet wird, dass sich die Gemeindevertreter durch politischen Druck seitens des Landrats in ihren Entscheidungen beeinflussen zu lassen, anstatt eigenständig im Interesse künftiger Generationen zu handeln. In Kabelsketal (Star Park II) und Wiedemar hatten sie die Gemeindevertrter gegen solche Projekte entscheiden.



Offener Brief an Ministerpräsident Haseloff

Thomas Kuhlbroth (BUND) hatte einen offenen Brief verfasst. Gemeinsam mit Wolfgang Gotthelf (BUND) und Diana Harnisch (NaturFreunde Sachsen-Anhalt) wurde der Brief am 23.11.2024 der Landtagsverwaltung in Magdeburg übermittelt. Adressiert ist er an den Ministerpräsidenten des Landes Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff, sowie die Landtagsabgeordneten aller Fraktionen.


v.l.n.r.: Thomas Kuhlbroth, Diana Harnisch, Wolfgang Gotthelf

Zorbau, 22.11.2024

Offener Brief an den Ministerpräsidenten des Landes Sachsen-Anhalt und an die Landtagsabgeordneten aller Fraktionen des LT LSA
Interkommunales Industrie- und Gewerbegebiet (IKIG)

Sehr geehrter Ministerpräsident und sehr geehrte Landtagsabgeordnete,

wir alle registrieren zunehmende Politikverdrossenheit, sowie den Vertrauensschwund großer Teile der Bevölkerung in Entscheidungen, die unser Leben maßgeblich beeinflussen.

Aktuelle Wahlen, Meinungsumfragen, als auch die Stimmung in unserem direkten Umfeld spiegeln diesen Zustand permanent wider.

Wenn z.B. mehrheitlich Bürgermeinungen nachweislich ignoriert werden, Fachverbände kritische Analysen erstellen, Bürgerinitiativen ungehört bleiben und Umweltverbände scheinbar bei den zuständigen Behörden keine Unterstützung erfahren, scheint eine demokratische Mitbestimmung und/oder ein dementsprechender Meinungsbildungsprozess in Frage zu stehen.

So wie bisher geschehen bei der Vorbereitung einer Planung für das IKIG. Um den Strukturwandel im Kernrevier (Weißenfels - Hohenmölsen - Zeitz) voranzubringen, braucht es nicht dieses Megaprojekt.

Dafür vorgesehene Finanzen wären effektiver bei anderen Projekten einzusetzen.

Die Unterzeichner sind willens und in der Lage, derartige Realvorschläge sofort zu unterbreiten.

Das IKIG widerspricht nicht nur dem gesunden Menschenverstand, sondern insbesondere logischen, ökologischen, ökonomischen und selbst sozialen Überlegungen.

Zudem läuft es den gesetzlichen Bestimmungen im Landesentwicklungsplan LSA zuwider.

Wir bitten Sie hiermit um Ihre Einflußnahme in der Sache. Gleichzeitig können Sie damit auch einen Affront gegenüber den benannten Bürgerbeteiligungen wirkungsvoll verhindern.

Alle Unterzeichner (UZ) werden, unabhängig von Entscheidungen des LT, weiterhin und offensiv die Öffentlichkeit, einschließlich der Medien, über den weiteren Verlauf der Entwicklung im Fall „IKIG“ in Kenntnis setzen.

Für einen ergebnisorientierten Dialog stehen Ihnen die Vertreter der UZ selbstverständlich zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Bürgerinitiative Burgenlandkreis
und der Naturfreunde Sachsen-Anhalt e. V.


Bilder bereitgestellt von Wolfgang Gotthelf
Verfasser: Redaktion  |  24.11.2024  |  Text- und Bildinhalte können zum Teil mit oder durch KI generiert sein.
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