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Kniefall des Naumburger Oberbürgermeisters: „Kommunen am Limit“ - das große Verwaltungs-Theater der CDU-SPD-Kaste


Wie heldenhaft doch die Regionalpolitik wieder auftritt! Die Stadt Naumburg beteiligt sich am 22. Juni 2026 am bundesweiten Aktionstag „Kommunen am Limit“.



Oberbürgermeister Armin Müller (CDU) lässt in einer Pressemitteilung vom 19.06.2026 verlautbaren: „Die Stadt Naumburg (Saale) beteiligt sich gemeinsam mit vielen anderen Städten, Gemeinden und Landkreisen an dem bundesweiten Aktionstag, um auf die chronische Finanznot der Kommunen hinzuweisen.“

Welch ein Aufstand! Welch ein mutiges Signal! Statt einfach „Nein“ zu sagen, veranstaltet man einen Aktionstag. Das ist ungefähr so revolutionär wie ein SPD-Ortsverein, der eine Resolution gegen schlechtes Wetter verabschiedet.

Die Mitteilung selbst liest sich wie ein untertäniges Gesuch: Das kommunale Defizit lag 2025 bei rund 30 Milliarden Euro – „ein historischer Höchststand, Tendenz steigend“. Hauptursache seien steigende Sozialausgaben, die Bund und Länder den Kommunen per Gesetz aufbürden, samt ständig erhöhter Standards. Die Lösung der Herren vor Ort? Ein flehentlicher Appell: „Bund und Länder müssen jetzt handeln.“

Warum diese ewige Unterwürfigkeit?

Während der Corona-Pandemie hatten die verachteten „Schwurbler“ den Mumm zu sagen: „Ich mach da nicht mit!“ Sie sind auf die Straße gegangenn, hatten Gesicht gezeigt und sich nicht den ständig geänderten Verordnungen unterworfen - auch wenn dies Bußgelder, Drangsalierungen und Sanktionen nach sich zog

Die Regionalpolitiker von heute? Sie knien artig nieder und schreiben Pressemitteilungen. Dabei sind es dieselben Parteien: CDU und SPD dominieren sowohl in Bund und Ländern als auch in den meisten Kommunen. Die gleichen Gesichter, die in Berlin die unfinanzierten Gesetze durchpeitschen, verwalten unten die Trümmer und jammern dann gemeinsam über die Folgen.

Das ist keine Finanzkrise der Kommunen

Das ist systematischer Staatszerfall, organisiert von der Bundesregierung und den Landesregierungen. Sie treiben den gesamten Staat, die Kommunen und am Ende den Bürger in die Pleite – mit immer neuen Standards, ZJosten und ideologischen Projekten, für die natürlich niemand die Rechnung übernehmen will. Und die Lokalpolitiker? Statt Widerstand zu leisten, verstehen sie sich nur noch als loyale Verwalter des Niedergangs. Kaputte Straßen, marode Schulen, geschlossene Bäder, eingeschränkter ÖPNV – alles „direkt spürbar für die Bürgerinnen und Bürger“, wie die Pressemitteilung selbst zugibt.

Gleichzeitig erzählen uns dieselben Funktionäre bei jeder Wahl, sie wollten „gestalten“. Gestalten! In Wahrheit gestalten sie nur die Verteilung der verbliebenen Mittel auf die vom Bund aufgezwungenen Pflichten. Der Rest ist Kosmetik. „Wer bestellt, bezahlt auch“, fordern sie jetzt scheinheilig. Ein schöner Satz – nur gesagt von Leuten, die seit Jahren genau das nicht durchsetzen, weil sie selbst Teil derselben Partei- und Machtstruktur sind.

Die Regionalpolitik hat sich zum verlängerten Arm der Bundesregierung gemacht. Statt unfinanzierte Aufgaben zurückzuweisen, statt den Bürgern reinen Wein einzuschenken und echte Prioritäten zu setzen, organisiert man Aktionstage und hofft auf die nächste „Soforthilfe“ oder höhere Steueranteile. Dynamisiert, versteht sich.

Reformen in den sozialen Sicherungssystemen

Besonders perfide ist die Forderung nach „notwendigen Reformen in den sozialen Sicherungssystemen“. Aus dem Munde der Naumburger Stadtspitze klingt das wie die blanke Verhöhnung: Wenn schon gespart werden muss, dann bitte schön wieder bei denen, die sowieso nichts haben. Bei den Grundsicherungs-Empfängern, den Alleinerziehenden, den Behinderten und den unteren Schichten. Die gleichen CDU- und SPD-Politiker, die bundesweit die Ausgabenexplosion und die Standardschraube ohne Ende mitgedreht haben, lassen jetzt ihre lokalen Ableger verkünden, dass ausgerechnet die Schwächsten die Zeche für das jahrelange Missmanagement zahlen sollen.

Ein feiger, klassischer Sozialabbau von unten, verpackt als „Reform“. Widerlich.

Hört auf mit dem Theater

Lieber Herr Müller, lieber Städtetag, lieber Landkreistag: Hört endlich auf mit dem Theater. Zeigt einmal den Mut, den die „Schwurbler“ damals hatten. Sagt klipp und klar: Bis hierhin und nicht weiter. Schickt die ungedeckten Mandate nach Berlin zurück. Hört auf, den Niedergang nur zu verwalten, während ihr so tut, als würdet ihr gestalten.

Oder bleibt einfach dabei: Ein weiterer Aktionstag, ein weiteres Transparent, ein weiteres devotes „Bund und Länder müssen handeln“. Das passt ja hervorragend zum Niveau einer politischen Klasse, die den Staat systematisch ruiniert und anschließend so tut, als wäre sie das Opfer.

Weiter so, Naumburg. Das Land braucht solche „Kämpfer“.



Pressemitteilung vom 19.06.2026

Aktionstag „Kommunen am Limit“


Bund und Länder müssen angesichts der kommunalen Finanzkrise endlich handeln

Bundesweit beteiligen sich am kommenden Montag, dem 22. Juni 2026, zahlreiche Städte, Landkreise und Gemeinden am Aktionstag „Kommunen am Limit“, um auf die dramatische kommunale Finanzsituation aufmerksam zu machen. Die drei kommunalen Spitzenverbände – Deutscher Städtetag, Deutscher Landkreistag und Deutscher Städte- und Gemeindebund – haben gemeinsam zu diesem Aktionstag aufgerufen und fordern von Bund und Ländern, endlich entschlossen zu handeln und wirksame Maßnahmen gegen die kommunale Finanzkrise zu ergreifen.

Die Finanzlage der Städte, Landkreise und Gemeinden ist dramatisch: Das kommunale Defizit lag 2025 bei rund 30 Milliarden Euro – ein historischer Höchststand, Tendenz steigend. Eine Hauptursache sind steigende Sozialausgaben, die die Kommunen bundesgesetzlich leisten müssen, und bei denen in der Vergangenheit der Umfang und die Standards immer weiter erhöht wurden.

Für die Bürgerinnen und Bürger wird die kommunale Finanzkrise direkt spürbar. Und sie betrifft viele kommunale Aufgaben wie zum Beispiel die Instandhaltung von Straßen, Schulen, Bibliotheken, Schwimmbäder, Kultur- und Sportangebote, den ÖPNV, die Krankenhausversorgung, die Wirtschaftsförderung und viele soziale Angebote.

Oberbürgermeister Armin Müller: „Die Stadt Naumburg (Saale) beteiligt sich gemeinsam mit vielen anderen Städten, Gemeinden und Landkreisen an dem bundesweiten Aktionstag, um auf die chronische Finanznot der Kommunen hinzuweisen. Denn wenn Kommunen zum Sparen gezwungen sind, bedeutet das vor allem Einschränkungen für die Bürgerinnen und Bürger. Deshalb richten wir einen klaren Appell an Bund und Länder: Sie müssen jetzt handeln, damit die Kommunen ihre Aufgaben vor Ort weiterhin erfüllen können.“

Die Kommunen und ihre drei kommunalen Spitzenverbände fordern deshalb von Bund und Ländern:
- Das kommunale Finanzierungsdefizit muss vollständig beseitigt werden. Dies kann über eine jährliche Soforthilfe, eine Erhöhung des kommunalen Anteils an den Gemeinschaftssteuern sowie notwendige Reformen in den sozialen Sicherungssystemen geschehen.
- Der Grundsatz „Wer bestellt, bezahlt auch“ muss sofort für jede Aufgabenübertragung oder -ausweitung von Bund und Ländern gelten – mit einem vollständigen finanziellen und dynamisierten Ausgleich für alle Aufgaben, die den Kommunen von Bund und Ländern übertragen werden.

Die kommunale Finanzkrise ist nicht abstrakt. Sie ist sehr konkret vor Ort spürbar. Bund und Länder müssen handeln, damit der Staat vor Ort für seine Bürgerinnen und Bürger handlungsfähig bleibt.

Weitere Informationen zum Aktionstag sind unter www.staedtetag.de, www.dstgb.de und www.landkreistag.de verfügbar.

Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag

Linda Ehrlich
Öffentlichkeitsreferentin

SST 02 Büro des Oberbürgermeisters
Linda.Ehrlich@naumburg-stadt.de
Telefon : +49 3445 273 107
Fax : +49 3445 273 103


www.naumburg.de
Verfasser: АИИ  |  19.06.2026
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