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Bravo, Genossen der Mobilfunk-Revolution! Die MIG hat’s wieder getan - oder zumindest eine schöne Kirche vollgekriegt


Am 17. Juni 2026 feierte die Mobilfunkinfrastrukturgesellschaft (MIG) ihr „4. Naumburger Gespräch“ in der Marienkirche zu Naumburg. Eine „sehr gut gefüllte“ Kirche, wie der Burgenlandkreis stolz auf Facebook postete.



Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder, Ministerpräsident Sven Schulze und allerlei andere Honoratioren gaben sich die Ehre, um sich gegenseitig und der MIG auf die Schulter zu klopfen. „Wo Menschen sind, muss Mobilfunk sein“, tönte es pathetisch. Wie inspirierend. Besonders, wenn man bedenkt, dass genau dort, wo Menschen tatsächlich leben – nämlich in den Dörfern dieses Landes – das Handy seit Jahren nur Seufzer ausstößt.

Was für ein grandioser Erfolg!

Fünf Jahre nach ihrer Gründung 2021 (als Tochter von Toll Collect, weil man ja immer die Richtigen beauftragt) hat die MIG es geschafft: Sie veranstaltet Tagungen in historischen Kirchen, während draußen im echten Leben die Funklöcher weiter klaffen wie offene Wunden im „Innovationsstandort Deutschland“.

Und das alles auf unsere Kosten, liebe Steuerzahler

Denn diese illustre Runde von „Kümmerern“ macht das natürlich nicht aus reiner Nächstenliebe in ihrer Freizeit. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder kassiert monatlich knapp 18.000 Euro Amtsgehalt plus Zulagen – für einen halben Vormittag Schulterklopfen in Naumburg fallen da locker ein paar Hundert Euro reiner Arbeitszeit an, die der Steuerzahler berappt. Ministerpräsident Sven Schulze aus Sachsen-Anhalt, ebenfalls mit fürstlichem Landesfürstengehalt ausgestattet, reist ebenfalls nicht mit dem eigenen Polo an. Dazu Ministerialdirektorin Gertrud Husch auf B9-Besoldung (deutlich über 10.000 Euro monatlich), Professoren mit üppigen Uni-Gehältern und W2/W3-Stellen, MdBs mit 11.800 Euro Diäten plus Pauschalen – und natürlich MIG-Geschäftsführer Ernst Ferdinand Wilmsmann, der schon bei Gründung mit 160.000–190.000 Euro Jahresgehalt gesegnet wurde.

Rechnet man Reisekosten, Dienstwagen, Sekretariate, Übernachtungen, Catering in der historischen Kirche und den ganzen bürokratischen Overhead dazu, dürfte ein einziger Vormittag „Naumburger Gespräch“ leicht fünf- bis sechsstellige Beträge verschlingen. Alles Steuergeld. Alles für eine weitere Selbstbeweihräucherungsrunde, während Oma Erna im Dorf immer noch keinen vernünftigen Empfang hat.

5G-Ausbau entlang der Schiene

Geschäftsführer Ernst Ferdinand Wilmsmann strahlte – verständlich, wenn man bedenkt, dass die MIG nun vielleicht sogar den 5G-Ausbau entlang der Schiene übernehmen darf. Ein weiterer Meilenstein bürokratischer Kompetenzverlagerung! Weil die Deutsche Bahn ja bekanntlich so zuverlässig ist, wird das bestimmt ein Kinderspiel.

Landrat Götz Ulrich (CDU) jubelte: Die MIG sei „der Anwalt für die Mobilfunkversorgung auf dem Land“ und ein echter „Kümmerer“. Wie rührend. Ein Kümmerer, der sich seit 2021 kümmern durfte - in anderen Ländern werden in dieser Zeit ganze Städte aus dem Boden gestampft. Ein Kümmerer, bei dessen Veranstaltung normale Bürger offenbar nicht vorkommen – wie ein Kommentator treffend bemerkte: „Von der normalen Bevölkerung sehe ich niemanden.“ In einem weiteren Kommentar heißt es: „In Nordafrika hat man stabilere Netze als in unserer Innovationshochburg.“ Stattdessen geladene Gäste, die sich gegenseitig für ihre hervorragende Arbeit feiern. Klassische deutsche Elite-Selbstbeweihräucherung.

Deutschland, das Entwicklungsland der Digitalisierung

Während in anderen Ländern sogar dünn besiedelte Regionen – Schottland, Norwegen, Teile Spaniens oder Kroatien – vernünftige Abdeckung haben, kämpft man hierzulande noch mit Grundlagenproblemen. In Norwegen surft man im Fjord, in Deutschland flucht man im Wald. Die Bundesnetzagentur malt schöne Prozentzahlen an die Wand (95+% 5G-Flächenabdeckung, hurra!), aber jeder Pendler, jeder Landwirt und jeder Notarzt weiß: Das ist Propaganda. In der Praxis: tote Zonen, abgebrochene Gespräche, keine Notrufe. Aber hey – die MIG prüft ja gerade neue Aufgaben! Fortschritt pur.

Warum schafft Deutschland das nicht? Weil Politik und Verwaltung lieber Geld verbrennen, wo es richtig wehtut: Aber Funklöcher stopfen? Zu schwer. Zu ländlich. Zu unattraktiv für die Berliner Luftschlossbauer. Stattdessen feiert man sich selbst in einer Kirche und nennt es „Fachtagung“. Großartig. Wirklich. Stehende Ovationen für diese unfassbare Effizienz.

Fazit dieser Regierungsleistung

Die MIG ist das perfekte Symbol für dieses Land. 2021 gegründet, 2025 schon wieder Abwicklung geplant, aber immer noch munter tagend und neue Aufgaben akquirierend. Ein Bürokratie-Monster, das sich selbst am Leben erhält, während die eigentliche Aufgabe – flächendeckender Mobilfunk – weiter auf die lange Bank geschoben wird.

Aber keine Sorge, liebe Bürger. Nächstes Jahr gibt’s bestimmt das 5. Naumburger Gespräch. Mit noch mehr Lobreden. Und vielleicht, ganz vielleicht, einem Balken mehr Empfang. Irgendwann. In ferner Zukunft. Wenn die Prüfungen abgeschlossen sind.


Verfasser: АИИ  |  18.06.2026
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