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Zukunftsdialog Teil 10: Abschluss mit Fokus auf Jugend und Ehrenamt


Am 25. Juni 2025 fand im Burtschützer Hof der „Zukunftsdialog“ der Bürgerinitiative Burgenlandkreis – Die Strukturwandeloptimierer – statt. Den inhaltlichen Schlusspunkt setzte Fatina Siwczak, die in ihrem Vortrag den Themenkomplex Jugendteilhabe und Ehrenamt beleuchtete und zugleich eine Gesamtzusammenfassung aller bisherigen Themen präsentierte.


Jugend im Fokus – Chancen und Herausforderungen

Zu Beginn skizzierte Siwczak die aktuelle Lage der jungen Menschen im Burgenlandkreis: Rund 20,8 % der Bevölkerung sind unter 25 Jahre alt. Der demografische Wandel und eingeschränkte Berufsperspektiven führen jedoch dazu, dass viele Jugendliche nach der Schule die Region verlassen. Nur ein kleiner Teil zieht freiwillig weg – der Großteil ist aufgrund fehlender Ausbildungs- und Jobangebote dazu gezwungen.

Studien zeigen: Wer in Vereinen oder ehrenamtlichen Strukturen verankert war, kehrt mit höherer Wahrscheinlichkeit in die Heimat zurück. Damit wird deutlich, wie wichtig Teilhabe, Selbstwirksamkeit und ein starkes Vereinsleben für die Bindung junger Menschen an ihre Region sind.

Gleichzeitig stellte Siwczak Daten aus dem „Teilhaberatlas“ vor: Der Burgenlandkreis liegt hier in Klasse 8 – also im bundesweiten Vergleich in den hinteren Rängen. Positiv hervorgehoben wurde jedoch die gute Betreuungssituation im Vorschulbereich. Probleme bestehen dagegen bei Jugendarbeitslosigkeit (7,2 %), Kinderarmut (11,5 %), der Erreichbarkeit von Freizeitangeboten sowie der Breitbandversorgung.

Zukunftsbranchen und Ausbildung als Schlüssel

Ein zentrales Anliegen war die Frage, wie die Region für Jugendliche attraktiver werden kann. Siwczak verwies auf die Chance, Startups und neue Branchen aktiv anzusiedeln – etwa in den Bereichen Kreislaufwirtschaft, grüne Architektur, Gesundheits- und Pflegeberufe oder digitale Arbeitsfelder.

Ein Beispiel: Ein innovatives Unternehmen, das aus Plastikmüll über einen Plasmareaktor Synthesegas erzeugt, könne perfekt in die bestehende Chemie-Industrie der Region integriert werden. Die Region habe Platz, Infrastruktur und Fachkräftepotenzial – es brauche jedoch mehr Sichtbarkeit und gezielte Ansprache solcher Betriebe.

Auch das Handwerk könne profitieren, wenn Betriebe durch gemeinsame Maschinenringe moderne Ausbildungsstandards sichern. Die Kombination aus regionalen Ressourcen, neuen Ausbildungsmodellen und Trendberufen biete Chancen, junge Menschen langfristig zu binden.

<3>Ehrenamt als Rückgrat der Gesellschaft Ein weiterer Schwerpunkt war das Ehrenamt. Im Burgenlandkreis engagieren sich über 40 % der Menschen auf dem Land ehrenamtlich – ein hoher Wert, der jedoch durch Überalterung, fehlende Sichtbarkeit und organisatorische Hürden gefährdet ist.

Siwczak plädierte dafür, Strukturwandelgelder gezielt einzusetzen, um zentrale Unterstützungsstrukturen für Vereine zu schaffen. Digitale Präsenz, moderne Vereinsformate (z. B. E-Sports oder Mobilitäts-Clubs) sowie niederschwellige Angebote für Jugendliche und Menschen mit Einschränkungen seien entscheidend, um das Vereinsleben zukunftsfähig zu machen.

Darüber hinaus forderte sie eine stärkere Wertschätzung des Ehrenamts – etwa durch kostenlose Zugänge zu Freizeiteinrichtungen statt kleiner Rabattaktionen. Ideen wie Kombi-Tickets für Tierparks, Kinos und Gastronomie könnten sowohl den Ehrenamtlichen als auch dem Tourismus zugutekommen.

Der Strukturwandel als Gesamtkonzept

Zum Abschluss betonte Siwczak, dass der Strukturwandel nicht aus einzelnen Projekten besteht, sondern als Gesamtkonzept verstanden werden muss. Die Region verfüge über starke Ressourcen – von guter Verkehrsanbindung über Weinbauklima bis zu Bergbaulandschaften und kulturellem Erbe. Wenn diese klug miteinander verknüpft, sichtbar gemacht und in nachhaltige Konzepte überführt werden, könne der Burgenlandkreis einen Imagewandel vollziehen und Abwanderung entgegenwirken.

„Es geht darum, größer zu denken und bestehende Potenziale zusammenzuführen – von regenerativer Energie über Landwirtschaft bis hin zu Bildung, Ehrenamt und Tourismus“, so Siwczak.

Dank und Ausblick

Zum Ende der Veranstaltung dankte die Initiative allen Referenten, Helfern und Gästen. Gastgeber war der Burtschützer Hof, wo die Veranstaltung in familiärer Atmosphäre ausklang.

Die vorgestellten Impulse können als Grundlage für ein Gesamtkonzept des Strukturwandels im Burgenlandkreis dienen.
Verfasser: АИИ  |  16.08.2025
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