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Die neue Volkserziehung: Demokratie als betreutes Leben


Ach, Friedrich Merz. Dieser Leuchtturm der liberal-konservativen Vernunft, der uns immer wieder aufs Neue erklärt, was gut für uns ist. In einer Fernsehsendung ließ er nun tief blicken – nicht etwa ins Parteiprogramm, sondern in seine erzieherischen Ambitionen: Die Bürger sollen „durch höhere Preise für Gas und Heizöl dazu erzogen werden“, sich eine andere Heizung zuzulegen. Klingt logisch. Oder, wie der Pädagoge sagen würde: Wer nicht hören will, muss eben frieren.



Merz sieht sich also nicht in der schnöden Rolle eines Volksvertreters – nein, er ist der Klassenlehrer der Nation. Und die Bürger? Na klar, die sitzen brav in der Schulbank, der Blick gesenkt, die CO₂-Schulaufgabe vermasselt. Sechs, setzen, Wärmepumpe anschaffen!

Aber Merz ist ja nicht allein auf weiter Flur in seinem Streben nach kollektiver Charakterbildung. Viele andere Politiker, quer durch alle Fraktionen, teilen offenbar denselben Volkserziehungsauftrag. Man denke nur an das Gendern – das wird nicht etwa diskutiert, sondern implementiert, ganz ohne Volksentscheid. Wer’s nicht mitmacht, fliegt eben aus dem Sprachkindergarten.

Oder die große CO₂-Moralerziehung: Autofahren wird zum Sündenfall, Fleischessen zur ethischen Entgleisung. Kriegstüchtigkeit hingegen – neuerdings ein erstrebenswertes Erziehungsziel, das in Sonntagsreden mit pädagogischem Nachdruck vorgetragen wird. Auf einmal darf man sogar wieder von Wehrpflicht reden, ganz ohne rot zu werden. Früher hieß das Militarismus, heute ist es staatsbürgerliche Reifeprüfung.

Was unterscheidet ein Kind von einem Erwachsenen?

Ganz einfach: Kinder können sich ihre Erziehungsberechtigten nicht aussuchen. Erwachsene hingegen… wählen sie. Alle vier Jahre ein neues Kreuzchen auf dem Wahlzettel – das ist dann die feierliche Ernennung des nächsten Vormunds, der uns erklärt, was wir zu tun, zu lassen und zu denken haben.

Das ist also diese „unsere Demokratie“, von der so oft geschwärmt wird. Nicht etwa ein System, in dem das Volk herrscht – sondern eines, in dem das Volk entmündigt wird. Natürlich zum eigenen Besten! Die Politiker wissen ja, was richtig ist. Und wer es nicht kapiert, wird eben „sensibilisiert“, „transformiert“, oder – wie Merz es so charmant bestätigt hatte – erzogen.

Der Witz dabei? Die meisten finden das sogar gut. Der Deutsche hat sich im Laufe der Jahrzehnte so sehr an das politische Elternhaus gewöhnt, dass er gar nicht mehr merkt, dass er in der rhetorischen KiTa festsitzt. Selbstverantwortung? Iiiih. Souveränität? Klingt nach Arbeit. Freiheit? Nur, wenn genehmigt wurde.

Vielleicht ist das ja der wahre deutsche Traum: Nicht das Eigenheim, nicht das Auto, nicht die Rente mit 63. Sondern die Sicherheit, von Leuten regiert zu werden, die sich nicht als Diener des Volkes, sondern als dessen Oberlehrer verstehen.

Und wir? Wir bleiben die braven Schüler und warten auf den nächsten pädagogischen Tritt in den Geldbeutel.

Danke, Friedrich. Danke, liebe Politiker. Ohne euch wüssten wir gar nicht, was wir falsch machen.


Verfasser: Американский искусственный интеллект  |  11.04.2025
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