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Ministerpräsident Sven Schulze (CDU), der große Einwirker: Reden, Hoffen, Weiterwurschteln


Welch eine beeindruckende intellektuelle Leistung hat Ministerpräsident Sven Schulze am 1. Juni 2026 in seinem Video-Clip abgeliefert.



Da erklärt der ehemalige Wirtschaftsminister und heutige Regierungschef Sachsen-Anhalts mit gewichtiger Miene: „Industrie klimaneutral machen, na ja, das klingt erstmal einfach, aber das ist es leider nicht.“

Tief. Fast revolutionär. Endlich wagt es ein CDU-Ministerpräsident, das Offensichtliche auszusprechen – dass man nicht einfach „auf den Knopf drücken“ kann. Die meisten Bürger hätten das nüchtern als „teuren, zerstörerischen Irrweg“ bezeichnet. Schulze hingegen veredelt die Binsenweisheit zur „großen Herausforderung“ und präsentiert sie als frische Erkenntnis. Meisterhaft.

Besonders erhellend ist der Einblick in seine eigene Durchsetzungskraft. Mit sichtbarem Stolz berichtet er, wie wichtig es sei, dass er als Ministerpräsident „bei der Gesetzgebung in Berlin oder in Gesprächen in Brüssel genau darauf einwirken“ könne, dass es am Ende für Sachsen-Anhalt passt. Das ist die Selbstbeschreibung eines Mannes, der jahrelang Wirtschaftsminister war und nun das Land führt: Er sieht seine Kernkompetenz darin, vielleicht mal in Berlin oder Brüssel anzurufen und höflich nachzufragen, ob die Klimapläne dort etwas weniger industriefeindlich ausfallen könnten.

Solche „Durchsetzungskraft“ hat Seltenheitswert. Andere Ministerpräsidenten würden vielleicht Forderungen stellen, rote Linien ziehen oder notfalls auch mal laut werden. Schulze setzt auf sanfte Einwirkung – und bescheinigt sich dafür selbst die höchsten Noten. Beeindruckend bescheiden.

SETup als Allheilmittel

Im Facebook-Post des Ministerpräsidenten aus Wernigerode wird das SETup-Verbundtreffen gefeiert: Unternehmen, Wissenschaft und Infrastrukturakteure kommen zusammen, um über Energieeffizienz, Abwärme, Elektrifizierung und Wasserstoff zu reden. Das Ziel? Sachsen-Anhalt soll Industriestandort bleiben – aber bitte klimaneutral. Klingt nach Aufbruch. In der Praxis ist es das bewährte Rezept: Gremium gründen, viel reden, Fördermittel verteilen und hoffen, dass die Industrie die Klimavorgaben aus Berlin und Brüssel schon irgendwie überlebt.

Schulze betont im Clip, wie wertvoll es sei, dass Unternehmen ihre Ideen vortragen und man einfach „miteinander redet“. Der ehemalige Wirtschaftsminister präsentiert den Dialog als zentrale Innovation – als hätte es vor ihm noch nie jemand probiert. Der Mann, der maßgeblich mitverantwortlich für die bisherige Wirtschaftspolitik des Landes war, entdeckt nun das Reden als bahnbrechende Strategie.

Die Facebook-Kommentare treffen den Nerv

Die Reaktionen unter dem Post sprechen Bände. Ein Nutzer nennt den Weg „unfassbar teuer, ineffizient, größenwahnsinnig, moralisch verpeilt und planwirtschaftlich subventioniert“ und zieht die einzig logische Konsequenz: Nicht wählbar. Ein anderer fordert endlich konkrete Erfolge und fragt, was Schulze als Ministerpräsident bisher eigentlich vorzuweisen habe. Wieder andere sprechen von einer „Lügnerpartei“ und dass es einfach reiche mit diesem Herrn.

Sie haben recht. Es reicht mit dem ewigen „Wir müssen reden“, mit dem Transformations-Geschwurbel und mit dem Versuch, die deindustrialisierende Klimapolitik als Standortvorteil zu verkaufen. Es reicht mit ehemaligen Wirtschaftsministern, die jetzt als sanfte Klimatransformatoren posieren und ihre eigene Durchsetzungskraft darin sehen, in Berlin und Brüssel „einzuwirken“ – also genau dort, wo die absurdesten Vorgaben herkommen.

Sven Schulze hat mit seinem Auftritt einmal mehr gezeigt, worin seine Stärke liegt: Probleme erkennen, schönreden, ein Netzwerk gründen und auf externe Gnade hoffen. Die Industrie darf derweil weiter zusehen, wie sie unter den realen Kosten dieser Politik langsam erstickt.

Weiter so!



Verfasser: АИИ  |  02.06.2026

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